Media: „Paging im 3. Jahrtausend"

Die Entwicklung des Paging“, ein Artikel der österreichischen Zeitschrift Feuerwehr AT

„Taschensirene“, „Piepserl“, „Funkrufempfänger“ oder „Pager“: Viele Namen wurden dem Alarmierungsgerät in den letzten fast 50 Jahren gegeben. Aber Paging – wie die Technologie heißt – ist immer noch das sicherste Alarmierungsmittel. Seit 1969 sorgt ein gebürtiger Tiroler mit seiner Schweizer Firma dafür, dass Feuerwehrmitglieder auf der ganzen Welt – und natürlich auch in Österreich – rasch zu den Einsätzen alarmiert werden können. 

Helmut Köchler, gebürtiger Tiroler, zog der Liebe wegen in den 1960er Jahren in die Schweiz. Dort gründete er mit seiner Frau Erika in Samstagern am Zürichsee die Firma SWISSPHONE. Wie viele Technologiekonzerne startete auch SWISSPHONE in einer Garage. Man begann mit 2Ton Pagern, konnte aber bereits 1974 den ersten 5Ton Pager aus dem Hause Swissphone nach Österreich liefern. Zunächst als Lizenz-Produkt unter anderen Marken wie Bosch, AEG und Autophon. Aus letzterer kam Köchler auch. Zuletzt kannte man Autophon kaum noch, ging diese doch Anfang der 1990er Jahre vollständig im Konsortium der ASCOM auf. Auch diese schloss allerdings ihre Funkabteilung dann im letzten Drittel der 1990er Jahre. Deshalb gründete man im Jahr 2000 die SWISSPHONE Austria, welche das Händlernetz im Süden und Westen betreute und in Niederösterreich vor allem direkt den Vertrieb durchführte. Swissphone machte sich auch einen Namen als Systemdienstleister und Systemlieferant. Anfang der 2000er Jahre lieferte Swissphone an die damalige LEBIG (heute Notruf Niederösterreich GmbH) ein satellitenbasiertes Alarmierungssystem, welches auf der POCSAG Technologie basiert. Der Beginn der Umstellung auf digitale Pager hatte begonnen. Von 5Ton zu POCSAG Die 5Ton-Technologie ist schon etwas älter, leistet aber in großen Teilen Österreichs immer noch gute Dienste. Auch im „digitalisierten“ Niederösterreich wird parallel immer noch mit 5Ton alarmiert. Die Alarmierung kann zum Beispiel bei 5Ton so funktionieren, dass von einem sogenannten Geber in der Alarmzentrale wo der Notruf eingeht ein Alarmsignal über eine Doppelton- / Simultantonfolge ausgesandt wird. Dabei wird an den Alarmumsetzer im Feuerwehrhaus eine bestimmte Codierung übermittelt: Ein Zahlencode, wobei jeder Zahl eine bestimmte Tonfrequenz zugeordnet ist. Durch diesen Zahlencode weiß der Alarmumsetzer, dass er gemeint ist. Gleichzeitig wird auch das sogenannte „Alarmprogramm“ mitgesandt. Über diese Doppeltonfolge „erfährt“ der Alarmumsetzer, ob er in weiterer Folge nur die Pager oder doch auch die Sirene mit welchem Programm auslö- sen soll. All das passiert über Tonfolgen, also analog. Das hat in der Regel mit dem Sprechfunksystem nichts zu tun, außer in der Steiermark, wo über dieselbe Frequenz alarmiert und gesprochen wurde. Das digitale POCSAG System ist ebenfalls keine Er ndung des dritten Jahrtausends. POCSAG, das steht für Post O ce Code Standard Advisory Group, einer britischen Gruppierung die dieses Funkrufdienstprotokoll festlegte. Es ist – wie auch schon beim 5Ton Paging – eine Einwegkommunikation. Netze funktionieren auf unterschiedliche Weise. Das Niederösterreichische „pagernetz“ funktioniert im Grunde so, dass von der Alarmzentrale der Alarm über eine Datenleitung zum Uplink geschickt wird. Von dort wird der Alarm ins All zu einem Satelliten gesendet, welcher den Alarm wieder zurück zur Erde schickt. Allerdings verteilt dieser das Signal so, dass alle Basisstationen auf der Erde im Empfangsbereich das Signal erhalten. Die Stationen werden durch das Signal miteinander synchronisiert und senden das Signal gleichzeitig aus, sodass ein  ächendeckendes Netz entsteht. Der Niederösterreichische Rettungsdienst wird so seit 2004 alarmiert. Teile der Feuerwehren werden über das System seit 2012 alarmiert. Man beginnt noch 2017 mit der Modernisierung des Netzes auf der gleichen Systembasis. 5Ton Geschichte Als der RE27 1974 nach Österreich geliefert wurde, hatte dieser Abmessungen wie ein heutiges Tablett. Ab 1977 wurden die Pager kleiner: Der RE227 wurde in Österreich als RE103 bzw. RE1004 verkau und funktionierte mit einer Mignon Batterie oder einem AA-Akku. Es gab auch ein Ladegerät dazu. Das Konzept der „üblichen“ Batteriegröße zog sich ab diesem Zeitpunkt bis zu den Geräten der heutigen Generation durch. Auch die Bauform sowie –größe und dadurch das ganze Zubehör konnte bis in die 1990er Jahre weiter verwendet werden. Der Florian 2000, auch als RE228 bekannt, war rasch ein Verkaufsschlager. Der Verkauf des Quattro (RE229, RE829) hielt aufgrund von vorhandenen Restmengen bis 1993 an. Der Quattrino und seine Bauform hatten eine ähnliche Lebensdauer. Der als RE429 bekannte Pager wurde erstmals 1995 verkau , seine Bauform hatten auch die Nachfolgegenerationen bis zum RE6x9 (erstmals verkau 2004), welcher heuer (2017) nach einer über 13jährigen Erfolgsgeschichte eingestellt wird. Aber es bedeutet nicht das Ende von 5Ton Paging. Mit dem s.Quad wurde eine neue Plattform gescha en. Diesen Pager gibt es sowohl als 5Ton Pager, als auch als POCSAG Pager. Einzig das Bundesland Steiermark kann keinen 5Ton Pager mehr ankaufen. Das 4m Mittenband, welches z.B. bei den steiermärkischen Feuerwehren für den analogen Sprechfunk in Verwendung ist, wird auslaufen. Auch TETRA als Paging-Plattform ist wenig geeignet: Zu gering ist die Senderdichte, zu hoch wäre die Auslastung am System, da bei dem bidirektionalen TETRA System jedes Gerät nicht mehr nur reiner Empfänger ist, sondern sich auch aktiv im Netz einbuchen müsste, was auch neben dem Bett im Schlafzimmer eine Belastung bedeuten würde. Fazit Swissphone geht neue Wege im Bereich der Alarmierung. 5Ton und POCSAG werden nicht aufgegeben. Mit dem neuen s.QUAD Voice ist die 5Ton-Pagingfamilie um einen Ableger reicher und man kann sich aufgrund der Geschichte sicher sein, dass Swissphone auch bei dieser Plattform die in der Elektronik unüblich lange Baureihenkontinuität weiterhin beibehalten wird.

Über Swissphone Wireless AG

Swissphone steht für die sichere Alarmierung

Die Swissphone-Gruppe ist eine führende, international tätige Anbieterin modernster und zuverlässiger Alarmierungs- und Kommunikationslösungen. Wir fokussieren die gesamte Kette der Alarmierung: Von der Produktion von robusten Pagern für Blaulichtorganisationen über die Konzeption von sicheren Alarmierungsnetzen bis hin zur Entwicklung von innovativen Softwarelösungen für das Ressourcenmanagement. Dabei konzentrieren wir uns seit jeher auf zwei Attribute – auf höchste Qualität und absolute Zuverlässigkeit. Dank des fundierten Know-hows, begründet auf unserer fast 50-jährigen Erfahrung, sind wir ausgewiesene Experten in der Konzeption und im Aufbau von drahtlosen Kommunikationssystemen.

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